Erfahrungsbericht • am 02.01.2018 von Rebecca

Der vegetarische Metzger

Gute Vorsätze fürs neue Jahr? - Sündiges Essen ohne schlechtes Gewissen

©actree

Eins verrate ich euch sofort:

Der Name ist Programm

ein paar Kühlregale mit ausgelegter Ware, Würste und Hinterschinken baumeln von der Decke und ein Ambiente, das sich durch kühle Fliesen von den restlichen Cafés in der Straße abhebt.

Wir haben den vegetarischen Metzger in Berlin besucht. Hier unser kleiner Erfahrungsbericht - zwei mal waren wir in den letzten paar Wochen vor Ort. Unsere kulinarische Meinung und woher wir den vegetarischen Metzger sogar schon seit 2014 kennen, erfahrt ihr, wenn ihr weiterlest.

Hintergrundinfos

Der vegetarische Metzger wurde 2010 in den Niederlanden gegründet mit dem Ziel, durch Fleischersatzprodukte Menschen das Vegetarier-"Dasein" zu vereinfachen. Es gibt zwar sehr viele Gründe, Vegetarier zu werden, aber vielen fällt die Entscheidung schwer. Zu groß ist die Lust auf Fleisch. In den Niederlanden ist der vegetarische Metzger ein Hit - es gibt die Produkte seit 2012 in fast allen Supermärkten und er wurde bisher mehrfach ausgezeichnet.

Seit Mitte 2017 hat der vegetarische Metzger nun endlich einen Konzeptstore im Bergmannkiez, Berlin Kreuzberg. Wo auch sonst? Natürlich mussten wir die Lage einmal abchecken. Tim und ich kannten den vegetarischen Metzger nämlich durch Zufall bereits. In Haldern, nahe an der niederländischen Grenze, gibt es nämlich ein süßes, kleines Pop-Festival namens Haldern Pop im August. Die Imbissbuden sind vielseitig und neben Handbrot, geräuchertem Lachs und Zuckerwatte gab es in diesem einen besonderen Jahr auch einen vegetarischen Burger mit Salsa Verde.

Und dieser Burger war richtig gut.

Weil ich stets neugierig bin und wissen wollte, ob ich den Burger auch daheim kreieren konnte, fragte ich kurzerhand den Chefkoch nach Rezept (der geheimen grünen Soße) und den Bratlingen. Das Soßengeheimnis wurde mir anvertraut, aber beim Fleischersatz war die Antwort damals leider nicht zufriedenstellend:

"Das seien die Patties vom de vegetarische Slager - ob ich den nicht kenne?" - "Wie bitte?" - "de vegetarische slager - ähm the vegetarian butcher"...

Oh ok, die Produkte hatte ich in Deutschland noch nie gesehen und das sollte auch noch eine Zeit lang so bleiben. Bis in diesem Sommer! Natürlich wurden meine Augen sofort groß, als ich vom vegetarischen Metzger hörte. Das konnte ja nur der gleiche sein. Und ich hatte Recht.

Stoff-Fleischwaren sorgen für ein wurstiges Ambiente

Das Ambiente und die Kundschaft

Tim wurde also sofort an einem unserer ersten gemeinsamen Abende in Berlin zum Bergmannkiez geschleppt. Eigentlich wollte er woanders essen, denn von außen sah das Lokal ganz schön kalt und gar nicht gemütlich aus. Da alle anderen Alternativen nicht genug Platz hatten oder das Essen zu lange auf sich warten lassen würde, bekam ich meinen Willen.

Einmal drin waren wir doch positiv überrascht. Trotz der Fliesen und der Plüsch-Würste am Fenster herrschte innen eine angenehme und auch gemütliche Atmosphäre. Man konnte verschiedene Burger vegan/vegetarisch bestellen und es gab die Produkte des vegetarischen Metzgers in Kühlschränken am Eingang zum Mitnehmen zu kaufen.

Die Kundschaft war Hipster-lastig, aber wer hätte das in Kreuzberg anders erwartet? Trotzdem gab es auch Familien mit Kindern und einfach Normalos - so wie wir eben :).

Gemeinsam bestellten wir einen Kiez-Burger, Chilli-Fries und einen Burger mit Pulled Pork. Ein zweites Mal waren wir auch schon dort: Wieder gab es den Kiez-Burger und dieses Mal außerdem einen Chicken-Burger.

Die Liste wird mit Sicherheit noch länger :).

Burger, Süßkartoffel-Pommes und Limonade

Das Essen

Besonders begeistert sind wir von den Chili-Fries. Unglaublich lecker, sehr fettig und man fühlt sich als hätte man wirklich etwas Verbotenes gegessen. Lohnt sich definitiv! Den Kiezburger haben wir schon mehrfach bestellt und auch hier: gute Qualität und definitiv lecker. Auch nicht-Vegetarier werden zufrieden und satt sein (im Notfall gibt es auch einen doppelten Burger).

Seit unserer ersten Begegnung auf dem Haldern Pop Festival 2014 mit dem vegetarischen Metzger sind allerdings drei Jahre vergangen - in dieser Zeit haben wir einige Fleischalternativen probiert. Der damalige "Wow"-Effekt war leider nicht mehr da, trotz gutem Geschmackserlebnis. Vielleicht fehlte die Salsa Verde. Das werden wir daheim mal ausprobieren. ;)

Den Chicken-Burger würde ich persönlich eher im mittleren Bereich ansiedeln. Wer einmal das Chicken-Patty von Quorn probiert hat (leider derzeit nur in UK erhältlich), weiß, dass da noch Luft nach oben ist. Trotzdem lecker. Die Ansprüche steigen eben. Der Pulled Pork Burger war meines Erachtens geschmacklich etwa auf demselben Level wie der Chicken-Burger. Allerdings sind meine sonstigen Erfahrungen hier sehr viel schlechter... entsprechend war ich positiv überrascht. Besser als die meisten Burger dieser Art.

Mehr folgt :)....

Logo und ein glücklicher Gast

Die Inhaltstoffe

In einem Interview mit dem Spiegel sagte der Gründer Jaap Korteweg im Jahr 2016: "Wir arbeiten zu 70 Prozent mit Soja und zu 30 Prozent mit Erbsen und Lupinen. Noch ist es uns nicht gelungen, ganz auf Bio-Soja umzusteigen. Der Proteingehalt stimmt noch nicht, da arbeiten wir noch dran. Aber die Lupinen sind vielversprechend: man kann sie hier in Holland biologisch anbauen und sie sind sehr proteinhaltig."

Nachhaltigkeit

Vegetarische und vegane Produkte verringern das Leiden von Tieren. Allerdings spielt eine vegetarische Ernährung auch für die Umwelt eine große Rolle. Dem Deutschlandfunk erklärte Korteweg im Oktober 2017, dass seine Produkte bei der Produktion "zweimal weniger Landbaugrund [brauchen]. Und dreimal weniger Wasser, Futter und Dünger." Das wäre ja ziemlich gut :).

Der Preis

Es gibt bereits ab 5 Euro einen Burger und ein Menü mit Getränk und Pommes kostet etwa 10 Euro. Das finden wir auf jeden Fall preiswert für die Qualität und den Geschmack.

Wer Lust bekommen hat, aber nicht in Berlin lebt, kann sich die Produkte auch per Post zuschicken lassen. Einfach auf der Website bestellen.

Unser Fazit

Es lohnt sich definitiv, mal beim vegetarischen Metzger vorbei zu schauen. Wir würden auf jeden Fall die Chili-Fries, den Kiezburger und die Süßkartoffelpommes für einen ersten Besuch empfehlen.

Es interessiert uns natürlich ganz besonders, wie es euch geschmeckt hat! Sagt es uns in den Kommentaren :)

Rebecca

Ich wünsche mir eine bessere Welt für Menschen, Tiere und Umwelt. Dabei frage ich mich häufig, wie wir als Konsumenten unsere Forderungen geltend machen können.

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